ADHS Test FAV
Warum wir diesen Test entwickelt haben
Viele der etablierten ADHS-Screening-Instrumente – darunter auch die WHO-ASRS-Skala – stammen aus einer Forschungstradition, die sich historisch überwiegend am hyperaktiven, äußerlich auffälligen Erscheinungsbild orientiert hat, wie es häufiger bei Jungen und Männern beschrieben wurde. Dadurch fallen Frauen und Mädchen, deren Symptome sich oft anders zeigen – internalisiert, kompensiert, weniger nach außen sichtbar – in diesen Tests häufiger durchs Raster, obwohl sie ebenso stark von ADHS betroffen sein können.
Wir orientieren uns am aktuellen Forschungsstand (Stand 2026) und erheben ausdrücklich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es ist nicht unser Ziel, Fehlinformationen zu verbreiten oder eine Verdachtsdiagnose zu stellen – dieser Test dient ausschließlich zur Orientierung und ersetzt keine fachliche Abklärung.
Der Goldstandard der ADHS-Diagnostik
Für eine tatsächliche Diagnostik von ADHS bei Frauen und Mädchen sollte immer ein strukturiertes klinisches Verfahren zur Anwendung kommen. Erst die Kombination aus mehreren Bausteinen ergibt eine verlässliche Einschätzung:
DIVA-5
Halbstrukturiertes klinisches Interview, das systematisch alle 18 DSM-5-Kriterien für Kindheit und Erwachsenenalter abfragt. Gilt in mehreren Ländern (z. B. Niederlande, Dänemark) offiziell als Goldstandard der Erwachsenendiagnostik. Auch in Deutschland orientiert sich die leitliniengerechte Diagnostik nach der S3-Leitlinie ADHS am DIVA-5 als zentralem Interview, ergänzt durch deutsche Fragebogen-Varianten wie den WURS-k.
CAARS & BAARS-IV
Ergänzende, validierte Fragebögen – die Conners‘ Adult ADHD Rating Scales (CAARS) und die Barkley Adult ADHD Rating Scale (BAARS-IV) – liefern zusätzliche standardisierte Einschätzungen zu Kernsymptomen und exekutiven Funktionen. In Deutschland gehören CAARS und die WURS-k-Kurzform zu den in der S3-Leitlinie empfohlenen Selbst- und Fremdurteilsskalen, die ergänzend zum diagnostischen Interview eingesetzt werden.
Fremdanamnese
Eine ausführliche Befragung von Eltern oder Partner:innen zur Kindheitsentwicklung, da Selbstauskünfte allein die Vorgeschichte oft nicht vollständig abbilden können. Gerade bei Frauen, die ihre Symptome über Jahre durch Kompensation und Anpassung überdeckt haben (sogenanntes Masking), liefert die Fremdeinschätzung häufig entscheidende Hinweise, die im reinen Selbstbericht sonst untergehen würden.
Erst die Kombination aus strukturiertem klinischem Interview, validierten Fragebögen und Fremdeinschätzung bildet den Goldstandard der ADHS-Diagnostik – ein Online-Selbsttest wie der folgende kann und soll das nicht ersetzen.
ADHS-Reflexionsfragen für Frauen (Erweiterung)
Eigenständig entwickelte Zusatzfragen zur weiblichen ADHS-Präsentation, orientiert an aktueller Forschung zu internalisierten Symptomen, Masking, exekutiver Dysfunktion und emotionaler Dysregulation.
Wichtig: Dies ist kein offizielles, klinisch validiertes Testverfahren (wie z. B. die WHO-ASRS-Skala), sondern eine eigenständige, pädagogische Reflexionshilfe.
Ihre Reflexions-Auswertung
Häufige Fragen
Alles Wichtige zu diesem Reflexionstest auf einen Blick.
Nein. Dieser Test ersetzt keine medizinische oder psychologische Diagnose. Er ist eine eigenständige, nicht klinisch validierte Reflexionshilfe, die typische Muster der weiblichen ADHS-Präsentation aufzeigen soll. Eine verlässliche Diagnose kann nur im Rahmen eines strukturierten klinischen Verfahrens gestellt werden.
Der ASRS v1.1 ist ein offiziell validiertes Screening-Instrument der Weltgesundheitsorganisation mit einem festgelegten klinischen Schwellenwert. Dieser Test hier ist eine eigenständige Ergänzung mit eigens formulierten Fragen zu Mustern, die in der Forschung zur weiblichen ADHS-Präsentation beschrieben werden – er hat einen eigenen, nicht klinisch validierten Auswertungsmaßstab und ist bewusst getrennt vom ASRS zu betrachten.
Das Ergebnis zeigt lediglich, wie oft Sie sich in den beschriebenen Mustern wiedererkennen. Ein hoher Wert bedeutet nicht automatisch ADHS, ein niedriger Wert schließt sie nicht aus. Es ist ein unverbindlicher Anhaltspunkt zur Selbstreflexion, kein Diagnoseergebnis.
Die Auswertung erfolgt vollständig lokal in Ihrem Browser. Es werden keine Antworten an einen Server übertragen oder gespeichert.
Ein auffälliges Ergebnis ist kein Grund zur Sorge, sondern ein möglicher Anlass, das Thema fachärztlich abklären zu lassen. Der Goldstandard dafür ist ein strukturiertes klinisches Interview wie das DIVA-5, idealerweise ergänzt durch validierte Fragebögen und eine Fremdanamnese – alles Dinge, die ein Online-Test nicht leisten kann.
Viele etablierte Screening-Instrumente orientieren sich historisch am hyperaktiven, äußerlich auffälligen Erscheinungsbild, wie es häufiger bei Jungen und Männern beschrieben wird. Frauen und Mädchen zeigen ADHS oft anders – internalisiert, kompensiert, weniger sichtbar – und fallen dadurch in klassischen Tests häufiger durchs Raster.
Die Fragen wurden eigenständig formuliert und orientieren sich inhaltlich an aktueller Forschung zur weiblichen ADHS-Präsentation. Sie sind jedoch nicht selbst klinisch validiert (keine Reliabilitäts- oder Normstichproben-Prüfung) – anders als z. B. der offizielle ASRS-Screener.
Quellenangaben
- Kessler, R. C. et al. (2005). The World Health Organization Adult ADHD Self-Report Scale (ASRS): a short screening scale for use in the general population. Psychological Medicine, 35(2), 245–256.
- Young, S. et al. (2020). Females with ADHD: An expert consensus statement taking a lifespan approach providing guidance for the identification and treatment of attention-deficit/hyperactivity disorder in girls and women. BMC Psychiatry, 20, 404.
- Hinshaw, S. P. et al. (2022). Annual Research Review: Attention-deficit/hyperactivity disorder in girls and women: underrepresentation, longitudinal processes, and key directions. Journal of Child Psychology and Psychiatry, 63(4), 484–496.
- Diverse Übersichtsarbeiten (2025) zu menstruationszyklusbedingten Hormonschwankungen und ADHS-Symptomatik bei Frauen (u. a. Frontiers in Global Women’s Health; narrative Reviews zur zyklusabhängigen kognitiven Funktion).
- Systematische Übersichtsarbeiten und Metaanalysen zu emotionaler Dysregulation als Kernmerkmal von ADHS bei Erwachsenen.
- Kooij, J. J. S. & Francken, M. H. DIVA-5 – Diagnostic Interview for ADHD in Adults. DIVA Foundation, Niederlande.
- AWMF-Registernummer 028-045: S3-Leitlinie „Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter“, Version 2.0 (Konsultationsfassung 2026).
- Conners, C. K. Conners‘ Adult ADHD Rating Scales (CAARS); Barkley, R. A. Barkley Adult ADHD Rating Scale (BAARS-IV).
- Ward, M. F., Wender, P. H. & Reimherr, F. W. (1993). The Wender Utah Rating Scale (WURS); deutsche Kurzform WURS-k.
Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und dient der Transparenz über die inhaltliche Grundlage dieser Seite. Sie ersetzt keine vollständige wissenschaftliche Literaturrecherche.
