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Wissenschaftlich fundiert

Autismus-Spektrum-Quotient (AQ-50)

Dieser Fragebogen wurde 2001 von Simon Baron-Cohen und seinem Team am Autism Research Centre (ARC) der University of Cambridge entwickelt. Er erfasst Persönlichkeitsmerkmale in den Bereichen soziale Fähigkeiten, Kommunikation, Detailorientierung und kognitive Flexibilität.

Aktueller Wissensstand: Eine Studie von Lodi-Smith et al. (2021) mit über 1.100 Erwachsenen (18 bis 97 Jahre) belegt, dass die AQ-Ergebnisse im Lebenslauf stabil bleiben – unabhängig vom Alter. Der AQ gilt damit weiterhin als verlässliches Screening-Instrument.

Quellen: Baron-Cohen et al. (2001) / Lodi-Smith et al. (2021), Journal of Autism and Developmental Disorders.

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1. Ich mache Sachen lieber gemeinsam mit anderen als alleine.
2. Ich mache Dinge am liebsten immer und immer wieder auf die gleiche Weise.
3. Wenn ich versuche, mir etwas vorzustellen, fällt es mir sehr leicht, ein Bild davon „in meinem Kopf“ zu sehen.
4. Ich vertiefe mich oft so sehr in eine sache, dass ich andere Dinge „aus den Augen verliere“.
5. Ich bemerke oft kleine Geräusche, die andere nicht wahrnehmen.
6. Ich bemerke meistens Autokennzeichen oder ähnliche Zeichenketten mit Informationen.
7. Andere Leute sagen mir oft, dass das, was ich gesagt habe, unhöflich war, auch wenn ich denke, dass es höflich war.
8. Wenn ich eine Geschichte lese, kann ich mir leicht vorstellen, wie die Charaktere aussehen könnten.
9. Uhrzeiten und Datumsangaben faszinieren mich.
10. In einer Gruppe kann ich leicht den Unterhaltungen zwischen mehreren verschiedenen Leuten folgen.
11. In sozialen Situationen fühle ich mich wohl.
12. Ich nehme oft Details wahr, die andere nicht bemerken.
13. Ich würde lieber in eine Bibliothek als auf eine Party gehen.
14. Es fällt mir leicht, Geschichten zu erfinden.
15. Ich fühle mich stärker zu Menschen als zu Dingen hingezogen.
16. Ich bin oft sehr stark an bestimmten Themen interessiert und werde oft unzufrieden, wenn ich diese Interessen nicht verfolgen kann.
17. Ich mag es, unverbindlich zu plaudern.
18. Wenn ich rede, ist es für andere nicht immer einfach, auch zu Wort zu kommen.
19. Zahlen faszinieren mich.
20. Wenn ich eine Geschichte lese, fällt es mir schwer, die Absichten der Charaktere zu verstehen.
21. Ich lese nicht besonders gerne Romane.
22. Es fällt mir schwer, neue Freunde zu finden.
23. Mir fallen immer wieder Muster in Sachen und Zusammenhängen auf.
24. Ich würde lieber ins Theater als ins Museum gehen.
25. Es irritiert mich nicht, wenn mein gewohnter Tagesablauf gestört wird.
26. Ich weiß oft nicht, wie ich eine Unterhaltung aufrechterhalten soll.
27. Es fällt mir leicht, „zwischen den Zeilen“ zu lesen, wenn jemand mit mir spricht.
28. Ich konzentriere mich meistens eher auf das große Ganze als auf die Details.
29. Ich kann mir nicht gut Telefonnummern merken.
30. Kleine Veränderungen in Situationen oder am Aussehen einer Person bemerke ich normalerweise nicht.
31. Ich erkenne, wenn jemand, der mir zuhört, beginnt, sich zu langweilen.
32. Es fällt mir leicht, mehr als eine Sache gleichzeitig zu tun.
33. Wenn ich telefoniere, bin ich nicht sicher, wann ich „dran bin“, zu sprechen.
34. Ich mag es, spontan etwas zu unternehmen.
35. Bei einem Witz verstehe ich die Pointe oft als letzte(r).
36. Es fällt mir leicht, zu verstehen, was jemand denkt oder fühlt, wenn ich ihnen ins Gesicht schaue.
37. Wenn ich bei einer Aktivität unterbrochen werde, kann ich sehr schnell wieder in diese Aktivität zurückfinden.
38. Ich bin gut darin, freundlich mit anderen zu plaudern.
39. Leute sagen mir oft, dass ich zu lange auf einem Thema „herumreite“.
40. Als Kind habe ich gerne Rollenspiele mit anderen Kindern gespielt.
41. Ich sammele gerne Informationen über Kategorien von Dingen (z.B. Automarken, Vogelarten, Zugtypen, Pflanzenarten etc.).
42. Ich can mir nur schwer vorstellen, wie es wäre, jemand anderes zu sein.
43. Ich plane meine Aktivitäten und Unternehmungen gerne sehr sorgfältig.
44. Ich genieße soziale Anlässe.
45. Es fällt mir schwer, die Absichten anderer Leute zu verstehen.
46. Neue Situationen machen mir Angst oder verunsichern mich.
47. Ich treffe gerne neue Menschen.
48. Ich bin nicht besonders gut darin, mir die Absichten anderer Menschen zu merken.
49. Ich kann mich nicht besonders gut an Telefonnummern oder ähnliche Zahlenreihen erinnern.
50. Als Kind habe ich gerne Rollenspiele mit anderen Kindern gespielt (z.B. Vater-Mutter-Kind, Kaufladen etc.).

Dein Testergebnis (AQ-50 Score)

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Hinweis zur Einordnung: Dieser Fragebogen (AQ-50 nach Baron-Cohen et al., 2001) dient als wissenschaftlich fundierte Orientierungshilfe zur Erfassung autistischer Merkmale, ersetzt jedoch keine medizinische oder psychologische Fachdiagnose. Nimm dein Ergebnis gerne als fundierte Vorbereitung für ein professionelles Gespräch mit.

Häufig gestellte Fragen zur Auswertung

1. Mein Ergebnis im ausführlichen Test ist hoch. Ist das eine Diagnose?

Nein. Auch ein umfassender Fragebogen mit 50 Fragen kann keine klinische Diagnose ersetzen. Er dient als valides, wissenschaftliches Screening-Instrument, um Tendenzen tiefergehend zu erfassen. Eine verlässliche Diagnose erfordert immer eine mehrstündige, persönliche Exploration durch geschultes medizinisches Fachpersonal unter Einbezug der Entwicklungsbiographie.

2. Wie grenzen sich diese Persönlichkeitsmerkmale vom Alltag ab?

Die Grenze verläuft dort, wo ein subjektiver Leidensdruck oder deutliche Einschränkungen im sozialen und beruflichen Leben beginnen. Viele Eigenschaften wie Fokussiertheit, logisches Denken oder das Bedürfnis nach Vorhersehbarkeit sind wertvolle Ressourcen. Erst wenn die Umweltanforderungen dauerhaft im Konflikt mit der eigenen Reizverarbeitung stehen, entsteht klinische Relevanz.

3. Ich liege knapp unter dem Wert von 32 (Grauzone) – was bedeutet das?

Ein Wert knapp unter dem klinischen Schwellenwert von 32 bedeutet, dass Sie zwar spürbare autistische Züge oder Verhaltensmuster aufweisen, diese quantitativ aber unter dem typischen diagnostischen Bereich liegen. Dies ist in der Psychologie als ‚Subthreshold-Ausprägung‘ oder ‚Broad Autism Phenotype‘ bekannt. Es zeigt, dass Persönlichkeitsstrukturen fließend sind und nicht starr in ‚Ja‘ oder ‚Nein‘ eingeteilt werden können. Wenn Sie dennoch Leidensdruck verspüren, ist dieser vollkommen real und unabhängig von einer exakten Punktzahl.

4. Wie unterscheidet sich der AQ-50 vom kürzeren AQ-10?

Der AQ-10 ist eine reine Kurzversion, die aus den zehn aussagekräftigsten Fragen des AQ-50 extrahiert wurde. Er dient in medizinischen Praxen ausschließlich als ultraschnelles Erst-Screening (Triage-Instrument), um zu entscheiden, ob sich ein längeres Hinsehen überhaupt lohnt. Der AQ-50 hingegen schaut deutlich tiefer hin und gliedert die Merkmale differenziert in fünf verschiedene Kernbereiche auf: Soziale Fähigkeiten, Aufmerksamkeitsswitching, Detailaufmerksamkeit, Kommunikation und Vorstellungskraft. Er liefert dadurch ein weitaus stabileres und aussagekräftigeres Profil Ihrer Tendenzen.

5. Ersetzt das Ausfüllen des AQ-50 den Weg zur Fachdiagnose?

Nein, unter keinen Umständen. Selbsttests im Internet basieren auf reiner Selbsteinschätzung, bei der unbewusste Verfälschungen (z. B. durch tagesaktuelle Stimmung oder andere Belastungen) völlig normal sind. Eine echte Fachdiagnose ist ein komplexer, klinischer Prozess. Dabei führt ein Spezialist strukturierte Interviews mit Ihnen, lässt Fremdberichte (z. B. von Eltern oder Partnern) einfließen und grenzt die Symptome differenzialdiagnostisch von anderen Faktoren wie ADHS, sozialen Ängsten, Traumata oder Burnout ab.

6. Übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten für die Diagnostik?

Ja, die Kosten für eine reguläre klinische Diagnostik werden von den gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland, Österreich und der Schweiz vollständig übernommen, sofern sie über eine offizielle Kassenzulassung erfolgt (z. B. in psychiatrischen Institutsambulanzen, Universitätskliniken oder bei niedergelassenen Fachärzten mit Kassensitz). Wichtig zu wissen: Aufgrund des aktuellen Medienhypes sind die Wartezeiten bei den Kassen-Spezialambulanzen oft extrem lang (meist viele Monate bis hin zu über einem Jahr). Diagnosen bei reinen Privatpraxen müssen hingegen selbst gezahlt werden und werden von gesetzlichen Kassen in der Regel nicht rückerstattet.

7. Was sind die nächsten Schritte bei anhaltenden Fragen?

Nutzen Sie die Erkenntnisse primär, um Ihren Alltag stressfreier zu gestalten und Ihre individuellen Grenzen besser zu schützen. Wenn Sie eine formelle Klarheit anstreben, empfiehlt sich die Überweisung durch Ihren Hausarzt an eine psychiatrische Institutsambulanz (PIA) oder an eine spezialisierte neurologisch-psychiatrische Fachpraxis.