AQ-Test (Vollversion)
AQ-Test (Vollversion/Ausführlicher Test)
50 Fragen • ca. 10 Min.
Der vollständige Fragebogen zur detaillierten Erfassung von Persönlichkeitsmerkmalen.
GQ-ASC (Weiblicher Typus)
28 Fragen • ca. 7 Min.
Spezifischer Fragebogen für komplexe weibliche Autismus-Strukturen.
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Autismus-Spektrum-Quotient (AQ-50)
Dieser Fragebogen wurde 2001 von Simon Baron-Cohen und seinem Team am Autism Research Centre (ARC) der University of Cambridge entwickelt. Er erfasst Persönlichkeitsmerkmale in den Bereichen soziale Fähigkeiten, Kommunikation, Detailorientierung und kognitive Flexibilität.
Aktueller Wissensstand: Eine Studie von Lodi-Smith et al. (2021) mit über 1.100 Erwachsenen (18 bis 97 Jahre) belegt, dass die AQ-Ergebnisse im Lebenslauf stabil bleiben – unabhängig vom Alter. Der AQ gilt damit weiterhin als verlässliches Screening-Instrument.
Quellen: Baron-Cohen et al. (2001) / Lodi-Smith et al. (2021), Journal of Autism and Developmental Disorders.
Dein Testergebnis (AQ-50 Score)
Häufig gestellte Fragen zur Auswertung
1. Mein Ergebnis im ausführlichen Test ist hoch. Ist das eine Diagnose?
Nein. Auch ein umfassender Fragebogen mit 50 Fragen kann keine klinische Diagnose ersetzen. Er dient als valides, wissenschaftliches Screening-Instrument, um Tendenzen tiefergehend zu erfassen. Eine verlässliche Diagnose erfordert immer eine mehrstündige, persönliche Exploration durch geschultes medizinisches Fachpersonal unter Einbezug der Entwicklungsbiographie.
2. Wie grenzen sich diese Persönlichkeitsmerkmale vom Alltag ab?
Die Grenze verläuft dort, wo ein subjektiver Leidensdruck oder deutliche Einschränkungen im sozialen und beruflichen Leben beginnen. Viele Eigenschaften wie Fokussiertheit, logisches Denken oder das Bedürfnis nach Vorhersehbarkeit sind wertvolle Ressourcen. Erst wenn die Umweltanforderungen dauerhaft im Konflikt mit der eigenen Reizverarbeitung stehen, entsteht klinische Relevanz.
3. Ich liege knapp unter dem Wert von 32 (Grauzone) – was bedeutet das?
Ein Wert knapp unter dem klinischen Schwellenwert von 32 bedeutet, dass Sie zwar spürbare autistische Züge oder Verhaltensmuster aufweisen, diese quantitativ aber unter dem typischen diagnostischen Bereich liegen. Dies ist in der Psychologie als ‚Subthreshold-Ausprägung‘ oder ‚Broad Autism Phenotype‘ bekannt. Es zeigt, dass Persönlichkeitsstrukturen fließend sind und nicht starr in ‚Ja‘ oder ‚Nein‘ eingeteilt werden können. Wenn Sie dennoch Leidensdruck verspüren, ist dieser vollkommen real und unabhängig von einer exakten Punktzahl.
4. Wie unterscheidet sich der AQ-50 vom kürzeren AQ-10?
Der AQ-10 ist eine reine Kurzversion, die aus den zehn aussagekräftigsten Fragen des AQ-50 extrahiert wurde. Er dient in medizinischen Praxen ausschließlich als ultraschnelles Erst-Screening (Triage-Instrument), um zu entscheiden, ob sich ein längeres Hinsehen überhaupt lohnt. Der AQ-50 hingegen schaut deutlich tiefer hin und gliedert die Merkmale differenziert in fünf verschiedene Kernbereiche auf: Soziale Fähigkeiten, Aufmerksamkeitsswitching, Detailaufmerksamkeit, Kommunikation und Vorstellungskraft. Er liefert dadurch ein weitaus stabileres und aussagekräftigeres Profil Ihrer Tendenzen.
5. Ersetzt das Ausfüllen des AQ-50 den Weg zur Fachdiagnose?
Nein, unter keinen Umständen. Selbsttests im Internet basieren auf reiner Selbsteinschätzung, bei der unbewusste Verfälschungen (z. B. durch tagesaktuelle Stimmung oder andere Belastungen) völlig normal sind. Eine echte Fachdiagnose ist ein komplexer, klinischer Prozess. Dabei führt ein Spezialist strukturierte Interviews mit Ihnen, lässt Fremdberichte (z. B. von Eltern oder Partnern) einfließen und grenzt die Symptome differenzialdiagnostisch von anderen Faktoren wie ADHS, sozialen Ängsten, Traumata oder Burnout ab.
6. Übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten für die Diagnostik?
Ja, die Kosten für eine reguläre klinische Diagnostik werden von den gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland, Österreich und der Schweiz vollständig übernommen, sofern sie über eine offizielle Kassenzulassung erfolgt (z. B. in psychiatrischen Institutsambulanzen, Universitätskliniken oder bei niedergelassenen Fachärzten mit Kassensitz). Wichtig zu wissen: Aufgrund des aktuellen Medienhypes sind die Wartezeiten bei den Kassen-Spezialambulanzen oft extrem lang (meist viele Monate bis hin zu über einem Jahr). Diagnosen bei reinen Privatpraxen müssen hingegen selbst gezahlt werden und werden von gesetzlichen Kassen in der Regel nicht rückerstattet.
7. Was sind die nächsten Schritte bei anhaltenden Fragen?
Nutzen Sie die Erkenntnisse primär, um Ihren Alltag stressfreier zu gestalten und Ihre individuellen Grenzen besser zu schützen. Wenn Sie eine formelle Klarheit anstreben, empfiehlt sich die Überweisung durch Ihren Hausarzt an eine psychiatrische Institutsambulanz (PIA) oder an eine spezialisierte neurologisch-psychiatrische Fachpraxis.
